Familienverein Keferstein e.V.

Die Familiengeschichte

Die Familie Keferstein tritt urkundlich zuerst in Colditz in Sachsen auf; schon dort besaß die Familie Mitte des 16. Jahrhunderts eine Papiermühle. Ein im Jahre 1496 beginnender Familien-Stammbaum, der heute fünfzehn Generationen mit 873 Deszendenten beinhaltet, weist als unseren ersten urkundlich beglaubigten Stammvater den 1496 in Colditz geborenen Papiermacher Hermann Keferstein, I, aus.

Erst 1717 zog es dann den Nachfahren, Johann Christian Keferstein, V a, von Waldenburg nach Cröllwitz bei Halle/Saale, wo er 1718 mit der Pachtung der dortigen Papiermühle einen 160 Jahre bestehenden Familienbesitz begründete. Durch ihn begann der Aufstieg der Cröllwitzer Papierfabrik.

Mit kaufmännischem Geschick wurde allmählich auf eine Erbpacht hingearbeitet. Am 03. Juli 1764 schließlich übernahm sein Sohn Georg Christoph, VI a, die Crollwitzer Papierfabrik in Erbpacht. Um die Mitte des 18.Jahrhunderts legte die Fabrik den ersten 'Holländer' in Deutschland an und leimte zuerst in der Bütte. Als Erfinder der ersten Zylindermaschine für endloses Papier mit Walzentrocknung wird in den Annalen Heinrich Christoph Adolph Keferstein, VII h, genannt.

Die Kefersteinsche Papierfabrik galt als die größte in Deutschland und ihre Besitzer als sehr sozial gegenüber ihren 400 Mitarbeitern. Auch im gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben der Stadt Halle spielte die Familie eine bedeutende Rolle. So ist z.B. nach Dr. jur. Gabriel Wilhelm Keferstein, VII b, - u.a. Bürgermeister in Halle - eine Strasse benannt.

Aus wirtschaftlichen Gründen mußte die Familie die Fabrik und den größten Teil ihrer Besitzungen 1871 an die zuvor gegründete Cröllwitzer Aktien-Papier-Fabrik verkaufen, deren Direktor bis 1878 Ludwig Keferstein, VII g, sen. blieb. 160 Jahre war die Familie Keferstein in Cröllwitz ansässig. Eine Restruine der Fabrik steht noch heute am Ufer der Saale. Sie soll aber einer Wohnanlage weichen.

Wie wohl in den meisten Familien, verteilte und verteilt sich der berufliche Werdegang der Generationen auch in der Familie Keferstein über nahezu alle Bildungsgrade. Bei ihren beruflichen Ambitionen neigten sie, einmal abgesehen von der weit verbreiteten Papierfabrikation und dem Papierhandel, zur Jurisprudenz, Pädagogik, Beamten- und Offizierslaufbahn sowie Ökonomie, aber auch zu Forschung und Technik und zum Handwerk. Also eine ganz normale Familie.
Einige von ihnen - und dieser Hinweis sollte in aller Bescheidenheit erlaubt sein - gelangten so weit zu Ansehen und Anerkennung, daß man ihnen in ihrer Stadt eine Straße widmete:

  Dr. jur. Gabriel Wilhelm Keferstein (1755-1816) in Halle a.d. Saale als Bürgermeister.
  Georg Friedrich Karl Keferstein (1831-1907) in Lüneburg als Oberbürgermeister.
(Er war auch Vorsitzender des Vereins Familie Keferstein)
  Horst Gustav Heinrich Keferstein (1828-1907) in Jena als Schriftsteller.
  Wilhelm Moritz Keferstein (1833-1870) in Winsen a.d. Luhe.
Strassenbenennung am 01.06.1945. Er war einer der hervorragendsten Zoologen seines Jahrhunderts.
  Adolph Georg Keferstein, VIII b.5, (1793-1884) in Suhl als Jurist und Wissenschaftler.

Den überlieferten Aufzeichnungen folgend, kommen die Nachfahren des Stammes Keferstein zu dem Schluß, daß bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges der Familienzusammenhalt eine dominierende Rolle gespielt haben muß. Dies belegen die inzwischen von unserem Vetter Gottfried aus Hamburg zusammengetragenen Aufzeichnungen.

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